Frühschicht am See
kehrt eine Frau die Terrasse.
Der See trägt Nebel,
die Berge halten Abstand.
„Passt scho“, sagt sie zum Wetter
und stellt die Stühle hinaus,
als ließe sich der Tag
mit ruhigen Händen überzeugen.
Sieben neue bayrisch gefärbte Gedichte über Wirtshaus, Berge, Dorfleben, Wetter und Heimat ohne folkloristische Postkartenstarre.
Bayern ist mehr als ein Katalog bekannter Symbole. Zwischen Stadtvierteln, Höfen, Seen, Werkstätten und Bergen entstehen sehr verschiedene Stimmen, die Nähe zur Landschaft ebenso kennen wie Distanz zum Klischee.
Diese Originalgedichte verwenden einzelne bairische Wendungen sparsam und verständlich. Entscheidend sind konkrete Szenen und Menschen, nicht die Nachahmung einer vermeintlich einheitlichen Mundart.