7 Gedichte

Gedichte über den Osterhasen

Sieben neue Gedichte über den Osterhasen als Spielfigur, Suchritual und Anlass für kindliche Fragen.

Der Osterhase gehört zu einem erfundenen Brauch, dessen Reiz nicht von perfekter Täuschung abhängt. Kinder können mitspielen, zweifeln und trotzdem Freude am Suchen haben.

Diese Originalgedichte bleiben kindgerecht und erinnern zugleich daran, dass echte Kaninchen keine Feiertagsgeschenke sind.

01
schelmisch·vorlesen

Spur aus Mehl

Eine Spur aus Mehl
führt durch den Flur.
Papa behauptet sehr ernst,
der Osterhase war hier.
Seine weißen Socken
verraten eine andere Geschichte.
02
spielerisch·karte

Der Hasenbrief

Im Garten liegt ein Brief
mit krummer grüner Schrift.
Er nennt drei schwere Rätsel
und ein leichtes Versteck.
Der Osterhase kennt offenbar
unsere Geduld ziemlich genau.
03
heiter·vorlesen

Die Karotte

Wir legen eine Karotte
vor die Balkontür.
Am Morgen fehlt ein Stück,
daneben liegen Krümel.
Vielleicht war es der Hase,
vielleicht unser hungriger Vater.
04
fröhlich·feier

Das letzte Ei

Das letzte Ei bleibt
hinter dem Blumentopf verborgen.
Wir suchen bis zum Abend,
dann findet Oma es.
Der Osterhase hatte Zeit,
wir offenbar zu wenig Überblick.
05
neugierig·schule

Die Frage

Wenn der Osterhase Eier bringt,
wer hat sie dann gelegt?
Die Erwachsenen wechseln Blicke
und erfinden lange Antworten.
Ein Kind braucht manchmal
nur eine ehrliche Pause.
06
verantwortungsvoll·vorlesen

Kein echtes Geschenk

Ein echtes Kaninchen braucht
Platz, Partner, Pflege und Zeit.
Es passt nicht in ein Nest
für einen einzigen Morgen.
Der Schokoladenhase darf gehen,
Verantwortung bleibt länger.
07
heiter·vorlesen

Frühschicht im Ostergarten

Noch vor Sonnenaufgang prüft der Osterhase
Körbe, Farben und geheime Gartenplätze.
Ein Ei rollt unter die Hecke,
zwei tragen denselben gelben Punkt.
Er zählt erneut, verwischt Pfotenspuren
und versteckt das letzte hinter dem Regenfass.
Als die Kinder endlich Türen öffnen,
sitzt er längst im hohen Gras
und frühstückt erschöpft eine Karotte.