7 Gedichte

Hasen-Gedichte

Sieben neue Gedichte über Hasen und Kaninchen in Feld, Garten, Gehege und kindlicher Beobachtung.

Hasen und Kaninchen werden im Alltag oft verwechselt und schnell zu niedlichen Symbolen gemacht. Genaues Hinsehen zeigt unterschiedliche Lebensweisen, Bewegungen und Beziehungen zur Umgebung.

Diese Originalgedichte wechseln zwischen Wildbeobachtung und verantwortungsvoller Haustierhaltung. Sie vermeiden vermenschlichende Kitschbilder und bleiben dennoch zugänglich für Kinder und Erwachsene.

01
wachsam·schule

Hase am Feldrand

Am Feldrand sitzt ein Hase,
die Ohren gegen den Wind.
Noch bevor wir näher kommen,
spannt sich sein ganzer Körper.
Dann wird aus brauner Ruhe
ein schneller Sprung
und schließlich nur noch Gras.
02
neugierig·vorlesen

Spuren im Schnee

Zwei lange Abdrücke vorn,
zwei kleinere dahinter.
Die Spur springt über Weiß
und verschwindet beim Gebüsch.
Wir sehen das Tier nicht,
doch seine nächtliche Reise
liegt deutlich vor unseren Füßen.
03
achtsam·schule

Im Kaninchengehege

Frisches Heu füllt die Raufe,
Wasser steht sauber bereit.
Ein Kaninchen gräbt im Boden,
das andere ruht im Schatten.
Gute Pflege bedeutet mehr
als Füttern und Streicheln:
Sie gibt Bewegung, Schutz und Gesellschaft.
04
ernst·lesen

Klee am Zaun

Neben dem Zaun wächst Klee,
der Hase prüft jede Bewegung.
Ein Traktor klingt in der Ferne,
ein Bussard kreist weit oben.
Fressen ist hier nie gedankenlos;
der offene Morgen
bleibt zugleich Tisch und Gefahr.
05
still·karte

Ohren im Abendlicht

Zuerst sehen wir nur Ohren
über dem hohen Sommergras.
Das Abendlicht zeichnet Ränder,
eine Fliege zieht vorbei.
Für wenige Atemzüge teilen wir
dieselbe stille Wiese,
dann hoppelt das Tier ins Dunkel.
06
verantwortungsvoll·vorlesen

Kein Ostergeschenk

Ein Kaninchen ist kein Spielzeug
für einen einzigen Feiertag.
Es braucht Platz, Artgenossen, Pflege
und Jahre verlässlicher Verantwortung.
Wer sein weiches Fell bewundert,
soll auch an den Alltag denken,
der nach Ostern weitergeht.
07
wach·vorlesen

Der Hase am Feldrand

Am Feldrand sitzt ein Hase
so still, dass selbst der Wind wartet.
Seine Ohren drehen sich zuerst,
dann hebt er langsam den Kopf.
Ein Traktor arbeitet weit hinter dem Hügel,
Lerchen stehen unsichtbar in der Luft.
Plötzlich springt der Hase los
und trägt seine braune Geschwindigkeit
wie einen kurzen Blitz durch das Grün.