7 Gedichte

Gedichte zum Schützenfest

Sieben neue Gedichte zum Schützenfest über Dorfplatz, Musikzug, Aufbau, Nachbarschaft und Festabend, ohne übernommene Lieder oder Vereinssprüche.

Ein Schützenfest beginnt lange vor dem Einmarsch. Bänke werden getragen, Girlanden geprüft, Kuchen gebracht und auf dem Dorfplatz weiß plötzlich jeder, wo ein Kabel besser liegen sollte.

Diese Originalgedichte beobachten das Fest als gemeinschaftlichen Anlass. Sie übernehmen keine bekannten Lieder, Vereinsmottos oder historischen Texte und verherrlichen weder Waffen noch Alkohol; im Mittelpunkt stehen Vorbereitung, Begegnung und lokaler Humor.

01
heiter·vorlesen

Girlanden über dem Platz

Am Morgen hängen Girlanden
noch schief über dem Platz.

Drei Leitern, fünf Meinungen,
ein Knoten hält nicht.
Bis Mittag sieht alles aus,
als sei es mühelos gewesen.
02
festlich·feier

Der Musikzug an der Ecke

Noch bevor man ihn sieht,
kommt der Takt um die Ecke.

Fenster öffnen sich,
Kinder laufen zum Straßenrand.
Der ganze Ort findet
für einige Schritte dasselbe Tempo.
03
verschmitzt·veranstaltung

Kuchenliste im Vereinsheim

Auf der Liste stehen zwölf Kuchen,
davon viermal Apfel.

Jemand bringt doch Käse,
ein Blech bleibt unbeschriftet.
Beim Fest kennt niemand
die genaue Planung des Buffets.
04
warm·lesen

Die Bank am Rand

Auf der Bank am Rand
sitzen drei ältere Nachbarn.

Sie kennen jede Familie,
kommentieren leise den Ablauf.
Als die Musik beginnt,
wippen alle drei gleichzeitig.
05
nüchtern·vorlesen

Nach dem letzten Marsch

Nach dem letzten Marsch
liegen Becher unter den Bänken.

Zwei Helfer falten Tische,
eine Frau sammelt Girlanden.
Ein Fest endet dort,
wo die gemeinsame Arbeit zurückkehrt.
06
zufrieden·karte

Heimweg durch das Dorf

Die Musik bleibt hinter uns,
noch hörbar zwischen den Häusern.

Wir tragen Jacken über dem Arm,
begrüßen späte Bekannte.
Der Heimweg dauert länger,
weil heute jede Straße spricht.
07
gemeinschaftlich·vorlesen

Wenn der Festplatz erwacht

Am Morgen hängen Fahnen über der Straße,
der Festplatz riecht nach Gras und Holz.
Musiker stimmen erste Töne,
Helfer tragen Bänke aus dem Zelt.
Später ziehen Uniformen und Familien
gemeinsam durch den geschmückten Ort.
Ein Schützenfest lebt nicht nur vom Wettbewerb,
sondern von vielen Händen,
die für einen Tag Gemeinschaft aufbauen.