7 Gedichte

Lustige Gedichte für Senioren zum Ausdrucken

Sieben gut lesbare, humorvolle Originalgedichte für ältere Erwachsene zum Ausdrucken und Vorlesen, ohne verniedlichende Altersklischees.

Humor für Seniorinnen und Senioren darf alltägliche Erfahrungen aufgreifen, ohne Alter mit Hilflosigkeit oder Vergesslichkeit gleichzusetzen. Große Klarheit ist kein Ersatz für Witz, sondern unterstützt ihn.

Diese kurzen Texte eignen sich für Ausdrucke, Gruppen und private Runden. Die Pointen beruhen auf Technik, Haushalt und selbstbewussten Entscheidungen, nicht auf Spott über körperliche Einschränkungen.

01
trocken·ausdrucken

Die Fernbedienung macht Urlaub

Die Fernbedienung ist verschwunden,
der Sessel schweigt verdächtig.
Wir suchen unter drei Zeitungen,
dann schaltet jemand am Fernseher ein.
So endet die Fahndung
mit überraschend kurzer Technikschulung.
02
ironisch·vorlesen

Später erinnern

Das Smartphone möchte ein Update,
jetzt, später oder heute Nacht.
Ich tippe fünfmal auf später
und fühle mich sehr konsequent.
Manche Entscheidungen
reifen eben mehrere Wochen lang.
03
heiter·gruppe

Mathematik beim Kuchen

Acht Gäste, zwölf Stücke,
das müsste bequem reichen.
Dann nimmt Onkel Rudi zwei
und nennt es Qualitätsprüfung.
Plötzlich wird Bruchrechnung
zum wichtigsten Fach des Nachmittags.
04
verspielt·ausdrucken

Die längere Abkürzung

Wir kennen eine Abkürzung
durch den Park zum Café.
Nach vier falschen Wegen
erreichen wir dasselbe Tor.
Dafür haben wir jetzt
einen Spaziergang und eine Geschichte.
05
selbstironisch·vorlesen

Gefunden ohne Fundbüro

Die Lesebrille wird gesucht,
Schubladen öffnen, Taschen rascheln.
Eine Freundin zeigt nach oben:
Sie sitzt längst auf meinem Kopf.
Ich erkläre würdevoll,
dort sei ihr vorgesehener Parkplatz.
06
selbstbestimmt·karte

Der freie Mittwoch

Im Kalender steht am Mittwoch
überraschend gar kein Termin.
Ich prüfe zweimal jede Seite
und beschließe dann sehr mutig:
Diese Lücke wird verteidigt
gegen sämtliche gut gemeinten Vorschläge.
07
heiter·ausdruck

Die wandernde Lesebrille

Frau Berger sucht die Lesebrille,
erst im Flur, dann unterm Kissen.
Herr Klein prüft vorsichtshalber den Kühlschrank,
weil dort gestern die Fernbedienung lag.
Nach zehn Minuten gemeinsamer Fahndung
entdeckt die Pflegerin das gute Stück:
Es sitzt seit Beginn auf Frau Bergers Kopf.
Alle lachen, auch die Brille
glänzt plötzlich ausgesprochen zufrieden.