7 Gedichte

Romantische Gute-Nacht-Gedichte

Neue romantische Gute-Nacht-Gedichte über Nähe, Entfernung, späte Nachrichten und das ruhige Ende eines gemeinsamen Tages.

Ein Gute-Nacht-Gruß muss nicht den Mond bemühen oder ewige Liebe versprechen. Oft sind die letzten Worte des Tages besonders nah, wenn sie sich auf eine leere Bettseite, ein leises Telefon oder den frühen Wecker beziehen.

Diese Originalgedichte sind romantisch, aber nicht überladen. Sie passen zu Paaren, die denselben Raum teilen, ebenso wie zu Menschen, deren Abend durch Entfernung oder verschiedene Tageszeiten getrennt ist.

01
zärtlich·nachricht

Deine Seite des Bettes

Deine Seite des Bettes
ist heute schon warm.

Du schläfst mit dem Rücken zu mir,
der Wecker wartet auf sechs.
Ich lösche das Licht
und rücke ein wenig näher.
02
warm·teilen

Die letzte Nachricht des Tages

Deine Nachricht kommt um elf:
Bin gut zu Hause.

Ich antworte mit einem Herz,
das mir sonst zu groß erscheint.
Für heute darf es reichen.
Schlaf gut hinter deinem Fenster.
03
vertraut·karte

Zwei Wecker

Dein Wecker klingelt früher,
meiner bleibt noch still.

Wir wünschen uns gute Nacht
für nur wenige gemeinsame Stunden.
Morgen trennt uns der Morgen,
heute teilt uns die Decke.
04
sehnsüchtig·nachricht

Nachtzug nach Norden

Du fährst im Nachtzug nach Norden,
ich sehe Lichter am Fluss.

Zwischen uns wechseln Bahnhöfe,
Funklöcher und schlafende Städte.
Wenn du morgen die Augen öffnest,
liegt meine Nachricht schon dort.
05
ruhig·lesen

Die Tasse am Spülbecken

Du hast deine Tasse stehen lassen,
einen Teerand am Porzellan.

Ich spüle sie nicht mehr ab,
sondern stelle sie zu meiner.
Zwei Tassen trocknen nebeneinander.
Mehr braucht dieser Abend nicht.
06
innig·nachricht

Kurz vor dem Einschlafen

Kurz vor dem Einschlafen
fällt mir dein Lachen ein.

Nicht das schöne für Fotos,
sondern das laute beim Kochen.
Damit endet mein Tag
besser als mit jedem großen Satz.
07
zärtlich·nachricht

Wenn die Stadt leiser wird

Wenn unten die letzte Straßenbahn fährt
und gegenüber ein Fenster erlischt,
liegst du noch wach neben mir.
Der Tag hängt in halben Sätzen
und Kleidern über einem Stuhl.

Wir müssen heute nichts mehr lösen.
Deine Hand findet meine unter der Decke,
als wäre Dunkelheit ein stiller Weg.
Bald schlafen wir in dieselbe Nacht,
und morgen beginnt mit deinem Atem.