7 Gedichte

Schöne Gedichte für Frauen

Sechs neue Gedichte für Frauen über Selbstbestimmung, Freundschaft, Arbeit und verschiedene Lebensentwürfe.

Eine Sammlung für Frauen darf Weiblichkeit nicht auf Schönheit, Fürsorge oder romantische Beziehungen reduzieren. Alter, Körper und Lebenswege bleiben vielfältig.

Diese Originalgedichte sprechen respektvoll und konkret. Sie vermeiden pauschale Komplimente und stereotype Erwartungen.

01
selbstbewusst·karte

Unter deinem Namen

Du unterschreibst die Arbeit
mit deinem eigenen Namen.
Kein Zusatz erklärt,
wessen Tochter oder Partnerin du bist.
Deine Geschichte
braucht keine fremde Besitzform.
02
verbunden·lesen

Die Bank im Park

Zwei Freundinnen treffen sich
seit Jahren auf derselben Bank.
Heute bringen beide Sorgen,
keine schnelle Lösung.
Freundschaft darf tragen,
ohne alles zu reparieren.
03
würdig·diskussion

Vor Schichtbeginn

Vor Schichtbeginn prüft
die Leiterin Maschinen und Listen.
Später nennt jemand sie streng,
weil eine Regel bestehen bleibt.
Verantwortung klingt
nicht immer angenehm.
04
gelassen·karte

Das Silber bleibt

Sie färbt ihr Haar nicht mehr,
weil sie es so möchte.
Keine mutige Revolution,
keine Kapitulation vor Jahren.
Eine Entscheidung
braucht nicht immer Symbolgewicht.
05
klar·lesen

Keine fehlende Rolle

Auf Familienfeiern fragt
endlich niemand mehr nach Kindern.
Ihr Leben ist vollständig
mit Menschen, Arbeit und Ruhe.
Nicht jede Frau
braucht dieselbe Geschichte.
06
ambivalent·karte

Der erste eigene Morgen

Nach der Trennung stellt sie
nur eine Tasse auf den Tisch.
Die Stille tut weh
und gehört nun trotzdem ihr.
Freiheit kann traurig beginnen
und dennoch Freiheit sein.
07
ermutigend·karte

Nicht nur für besondere Tage

Du brauchst keinen festlichen Anlass,
damit jemand deine Stärke bemerkt.
Sie zeigt sich morgens im ersten Schritt,
in klaren Worten am falschen Ort,
im Lachen nach einem schwierigen Tag.

Auch deine Müdigkeit gehört zu dir,
die Zweifel und die Pausen dazwischen.
Schön ist nicht, immer zu glänzen.
Schön ist, den eigenen Namen zu tragen,
ohne ihn für andere kleiner zu machen.