7 Gedichte

Gedichte über den März

Sieben neue Gedichte über den März zwischen Winterrest, Gartenarbeit, Wind und ersten längeren Tagen.

Der März ist ein Monat der Vorbereitungen. Felder, Gärten, Straßen und Wohnungen reagieren auf mehr Licht, während Frost weiterhin möglich bleibt.

Diese Originalgedichte zeigen den Übergang ohne glatte Frühlingsidylle. Arbeit, Wetter und kleine Veränderungen stehen nebeneinander.

01
windig·lesen

Märzwind

Der Märzwind zieht kräftig
an Schildern und Kapuzen.
Ein Papierbecher rollt
über den leeren Platz.
Am Baum halten Knospen
mit erstaunlicher Ruhe fest.
02
geduldig·schule

Das Beet im März

Wir entfernen altes Laub,
finden Schnecken und feuchte Erde.
Die Saat bleibt noch drinnen,
weil Nächte kalt werden.
Gartenarbeit beginnt heute
mit Aufräumen und Warten.
03
erleichtert·lesen

Licht nach Feierabend

Zum ersten Mal ist es hell,
als ich das Büro verlasse.
Menschen stehen vor dem Café,
Fahrräder füllen den Weg.
Der März schenkt keinen Urlaub,
nur einen längeren Rand.
04
nüchtern·vorlesen

Der letzte Schneehaufen

Neben dem Parkplatz liegt
ein grauer Rest aus Schnee.
Sand, Blätter und Münzen
kommen langsam darin hervor.
Der Winter verschwindet nicht weiß,
sondern schmutzig und genau.
05
staunend·karte

Krokus am Zaun

Ein Krokus öffnet Violett
direkt am rostigen Zaun.
Autos fahren dicht vorbei,
ein Hund prüft den Pfosten.
Frühling braucht keinen stillen Garten,
um kurz sichtbar zu werden.
06
trocken·vorlesen

Märzregen

Der Regen fällt dünn
auf frisch gereinigte Fenster.
Innerhalb weniger Minuten
ziehen neue Spuren herab.
Der März erinnert freundlich:
Sauberkeit ist kein Wetterzustand.
07
wechselhaft·vorlesen

Märzwetter

An der Bushaltestelle scheint Sonne,
doch hinter dem Rathaus wartet Hagel.
Eine Frau schließt ihren Mantel,
ein Junge trägt bereits kurze Ärmel.
Der März entscheidet sich auf keinem Weg.
Er legt Winter in die Pfützen,
Frühling auf die Fensterbank
und überlässt uns die Frage,
welche Jacke heute recht behalten wird.