7 Gedichte

Gedichte über Erdbeeren

Sieben neue Gedichte über Erdbeeren, vom Gartenbeet über den Wochenmarkt bis zum Marmeladenglas und dem letzten Stück Kuchen.

Erdbeeren tragen den Sommer nicht nur als Geschmack. Sie hinterlassen rote Finger, weiche Stellen im Korb und die Frage, wer die schönste Frucht schon vor dem Waschen gegessen hat.

Diese Originalgedichte bleiben nah an Garten, Küche und Markt. Sie sind leicht genug zum Vorlesen, aber nicht ausschließlich für Kinder gedacht, und betrachten auch die Arbeit hinter der süßen Ernte.

01
erwartungsvoll·lesen

Die erste Rote

Unter drei grünen Blättern
leuchtet die erste Erdbeere.

Noch ist eine Seite hell,
die andere weich und warm.
Ich lasse sie bis morgen
und prüfe sie heute dreimal.
02
verschmitzt·vorlesen

Rote Finger

Wir sollten die Erdbeeren waschen,
bevor jemand davon isst.

Nun sind drei Schalen leer,
unsere Finger deutlich rot.
Die Küchenregel bleibt bestehen,
nur ihre Beweise fehlen.
03
alltagsnah·lesen

Wochenmarkt am Samstag

Die Verkäuferin sortiert behutsam
weiche Früchte aus dem Korb.

Nicht jede hält bis Sonntag,
sagt sie und senkt den Preis.
Wir kaufen zwei Schalen
und backen noch am selben Tag.
04
warm·karte

Marmeladenglas im Winter

Im Januar öffnen wir
das letzte Glas vom Juni.

Der Deckel gibt schwer nach,
dann riecht die Küche süß.
Auf dem Brot liegt ein Sommer,
der keine Sonne mehr braucht.
05
trocken·vorlesen

Schnecken im Beet

Über Nacht haben Schnecken
die reifsten Erdbeeren gefunden.

Sie hinterlassen runde Löcher
und silberne Wege im Beet.
Der Garten teilt die Ernte,
ohne uns vorher zu fragen.
06
heiter·kaffeetafel

Das letzte Stück Erdbeerkuchen

Das letzte Stück bleibt stehen,
alle behaupten, satt zu sein.

Dann wird es etwas kleiner,
ein Rand fehlt plötzlich.
Am Abend liegt nur noch
eine sehr höfliche Gabel daneben.
07
sommerlich·vorlesen

Reihen im roten Feld

Am Vormittag knien wir zwischen Reihen,
die Schalen werden langsam rot und schwer.
Eine Erdbeere landet im Mund,
die nächste sorgfältig im Korb.
Erde bleibt unter den Fingernägeln,
Sonne sammelt sich im Nacken.
Zu Hause kocht später Marmelade,
und der ganze warme Feldrand
passt plötzlich in kleine Gläser.