7 Gedichte

Gedichte über Fische

Sieben neue Gedichte über Fische in Fluss, Meer, Aquarium und menschlicher Nutzung.

Fische bewohnen sehr verschiedene Gewässer und reagieren empfindlich auf Temperatur, Sauerstoff, Verschmutzung und Barrieren. Sie sind mehr als stumme Dekoration oder Fang.

Diese Originalgedichte verbinden Beobachtung mit ökologischer Aufmerksamkeit und vermeiden menschliche Gefühle als einfache Zuschreibung.

01
klar·vorlesen

Die Forelle

Gegen die Strömung steht
eine Forelle fast still.
Nur Flossen korrigieren ständig,
Wasser zieht am Körper.
Ruhe kann von außen
wie große Anstrengung aussehen.
02
sachlich·schule

Die Fischtreppe

Neben dem Wehr führt
eine gestufte Wasserstraße hinauf.
Fische suchen den Durchgang,
den Menschen nachträglich bauen.
Verbindung wird notwendig,
wo Technik Wege getrennt hat.
03
ruhig·lesen

Aquarium bei Nacht

Das Zimmer ist dunkel,
nur das Aquarium leuchtet.
Ein Fisch zieht langsam
durch künstliche Pflanzen.
Schönheit hinter Glas
bleibt Verantwortung für Lebensraum.
04
besorgt·schule

Warmer Fluss

Im Hitzesommer wird
der flache Fluss zu warm.
Fische sammeln sich dort,
wo Wasser noch Sauerstoff trägt.
Klimawandel zeigt sich
in einem geöffneten Maul.
05
kritisch·lesen

Fische im Hafen

Zwischen Pfählen blitzen
kleine silberne Körper.
Über ihnen verladen Kräne,
Diesel schimmert auf Wasser.
Leben nutzt Nischen
und trägt zugleich unsere Spuren.
06
achtsam·vorlesen

Zurück ins Wasser

Nasse Hände halten
den Fisch nur wenige Sekunden.
Der Haken ist gelöst,
der Körper gleitet zurück.
Achtsamkeit beginnt vor dem Fang
und endet nicht beim Foto.
07
ruhig·vorlesen

Unter dem Badesteg

Unter dem Badesteg steht das Wasser kühl.
Kleine Fische halten Abstand zu den Füßen,
kommen näher, fliehen wieder ins Grün.
Über ihnen springen Kinder mit Geschrei,
ein Boot zieht Wellen durch das Licht.
Doch zwischen Pfählen und langen Schatten
kehrt nach jedem Aufruhr jene Ruhe zurück,
in der eine Flosse genügt,
um den ganzen See zu bewegen.