7 Gedichte

Gedichte zum Einzug

Sieben neue Gedichte zum Einzug über leere Räume, Nachbarschaft, erste Nächte und ein langsam entstehendes Zuhause.

Ein Einzug ist mehr als Schlüsselübergabe. Kartons, fremde Geräusche, Kosten und neue Wege begleiten den Anfang.

Diese Originalgedichte eignen sich für Einzugskarten und kleine Geschenke. Sie wünschen Geborgenheit, ohne Eigentum oder perfekte Verhältnisse vorauszusetzen.

01
warm·karte

Die erste Tasse

Zwischen ungeöffneten Kartons
findet sich endlich eine Tasse.
Kaffee dampft auf dem Boden,
der Tisch kommt erst morgen.
Ein Zuhause beginnt manchmal
mit genau einem freien Gegenstand.
02
ruhig·lesen

Die erste Nacht

In der ersten Nacht
klingt jeder Schritt im Haus fremd.
Ein Aufzug summt,
Wasser läuft hinter Wänden.
Bald werden diese Geräusche
zur unbemerkten Umgebung.
03
hoffnungsvoll·karte

Am Briefkasten

Dein Name klebt neu
auf einem kleinen Briefkasten.
Noch kommt nur Werbung,
doch die Adresse gehört schon dir.
Möge gute Nachricht
den Weg hierher oft finden.
04
freundlich·vorlesen

Eine Tasse Salz

Die Nachbarin klingelt
mit Salz und ihrem Namen.
Du hast beides noch nicht gesucht,
nimmst beides gern an.
Nachbarschaft passt manchmal
in eine einfache Tasse.
05
heiter·feier

Der schwere Karton

Der Karton mit Büchern
steht im falschen Zimmer.
Vier Hände tragen ihn zurück,
zwei lachen auf der Treppe.
Beim Einzug zeigt Freundschaft
ihre praktische Seite.
06
feierlich·karte

Der neue Schlüssel

Der neue Schlüssel hakt
noch leicht im unbekannten Schloss.
Du drehst vorsichtig,
die Tür gibt nach.
Möge dieser Ort
dir Freiheit und Schutz zugleich geben.
07
zuversichtlich·karte

Erste Nacht zwischen Kisten

In der ersten Nacht stehen Kisten
wie fremde Möbel an den Wänden.
Wir essen Pizza auf dem Boden,
der Kühlschrank summt zu laut,
und im Bad fehlt noch ein Vorhang.
Trotzdem kennen unsere Schlüssel bereits das Schloss.
Als oben jemand einen Stuhl verrückt,
lächeln wir in der Dunkelheit:
Das neue Zuhause beginnt mit Geräuschen.