6 Gedichte

Kurze Gedichte über Sterne

Kurze Originalgedichte über Sterne, Nachtlicht, Entfernung und Wünsche – knapp, bildhaft und gut zum Vorlesen oder Verschenken.

Sterne geben kurzen Gedichten einen großen Raum. Wenige Zeilen können Entfernung, Orientierung oder einen stillen Wunsch sichtbar machen.

Alle Texte bleiben bewusst kompakt. Trotzdem wechseln Perspektive, Stimmung und Bild, damit nicht jedes Sternengedicht dieselbe romantische Aussage wiederholt.

01
staunend·karte

Fensterstern

Ein Stern hängt über dem Nachbarhaus.
Das Fenster spiegelt ihn doppelt.
Für einen Moment besitzt
unsere kleine Straße
zwei verschiedene Himmel.
02
nachdenklich·lesen

Verspätetes Licht

Dein Licht war lange unterwegs,
bevor ich nach oben sah.
Vielleicht ist Nähe manchmal
nur eine alte Nachricht,
die dennoch pünktlich ankommt.
03
ruhig·nachdenken

Stadtsterne

Zwischen Reklame und Straßenlampen
bleiben nur drei Sterne sichtbar.
Sie brauchen keine Dunkelheit,
um vollständig zu sein.
Nur unsere Augen benötigen Geduld,
bis sie das Schwächere erkennen.
04
klar·unterricht

Sternkarte

Auf der Karte verbinden Linien
Lichter, die einander nie berühren.
So zeichnen wir Bedeutung
in riesige Abstände hinein
und nennen das Muster Heimat,
Geschichte oder Hoffnung.
05
leicht·vorlesen

Wünsch dir nichts

Die Sternschnuppe fällt so schnell,
dass mein Wunsch zu spät kommt.
Vielleicht ist das ein Glück.
Ich sehe ihr einfach nach
und behalte für diesen Abend
nur das helle Staunen.
06
geborgen·vorlesen

Über dem Zelt

Durch die offene Zelttür
sehe ich Sterne und Tannenspitzen.
Der Wald bewegt sich leise.
Neben mir schläft schon jemand.
Ich schließe die Tür nicht,
damit die Nacht hereinschauen kann.